Der Handelsdienstag steht im Zeichen zweier zusammenwirkender Belastungsfaktoren: steigende Ölpreise nach neuen US-Iran-Spannungen rund um die Straße von Hormuz (Brent zeitweise ~91 $) und ein Sprung der langlaufenden US-Renditen – die 30-jährige Treasury-Rendite kletterte auf 5,31 % (nahe 19-Jahres-Hoch), die 10-jährige auf rund 4,72–4,74 %. Beides befeuert die Inflationssorgen und trifft vor allem zinssensitive Tech- und Chipwerte.
In der Folge gibt der Nasdaq-100 deutlich nach (~−1,8 %), während sich defensivere Indizes wie der Dow (−0,14 %) und der Shanghai Composite (+0,19 %) besser halten. Positive Einzelnachrichten können den Druck nur begrenzt abfedern: Home Depot übertraf mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen und bestätigte den Jahresausblick, und der deutsche ZEW-Index überraschte klar positiv (34,2 vs. 30,0 erwartet). Der Blick der Woche richtet sich auf das FOMC-Protokoll am Mittwoch und die geballte Einzelhandels-Earnings-Woche (Home Depot, Target, Walmart) – beide Gradmesser für US-Konsum und den geldpolitischen Kurs unter Fed-Chef Kevin Warsh.
Tokio geriet deutlich unter Druck: Der Nikkei 225 verlor rund 2,54 % auf etwa 67.461 Punkte – ausgelöst vom globalen Anstieg der Anleiherenditen. Südkoreas Kospi beendete mit −1,55 % seine fünftägige Rally, belastet von Gewinnmitnahmen bei Halbleitern. Hongkong zeigte sich mit +0,07 % nahezu unverändert, während der Shanghai Composite mit +0,19 % zulegte und über ein Ein-Monats-Hoch stieg (CSI 300 fester). Australiens ASX 200 gab rund ein halbes Prozent nach. Der Renditeauftrieb überlagerte damit die zuletzt kräftige Tech-/Chip-Erholung und sorgte für ein überwiegend schwaches Asien-Bild.
Am Montag (17.08.) schlossen die US-Indizes leichter: S&P 500 bei 7.750,48 (−0,45 %) laut STL.news bzw. 7.745,06 (−0,52 %) laut Investing.com, Dow Jones 53.483 (−0,46 %) und Nasdaq Composite 26.644,91 (−0,32 %). In der Vorbörse zum Dienstag deuteten die Futures auf einen schwächeren, tech-lastigen Start: S&P-500-Future 7.729,25 (−0,51 %), Nasdaq-100-Future 29.762,75 (−1,11 %) und Dow-Future 53.492 (−0,10 %) (Yahoo Finance, ~11:00 MESZ / 5:00 ET). Nachbörslich lagen keine belastbaren Einzelmeldungen bedeutender Unternehmen vor; der Fokus liegt auf der beginnenden Einzelhandels-Earnings-Woche mit Home Depot (heute vorbörslich, berichtet), Target und Lowe's (Mittwoch) sowie Walmart (Donnerstag).
(a) Ausgangslage: Der DAX schloss am Montag bei 26.338,61 Punkten (−0,38 %) und pendelt weiter knapp unterhalb seiner jüngsten Rekordmarken.
(b) Dienstagshandel: Zum Recherchezeitpunkt (~16:05 Uhr MESZ) tendierte der Index klar leichter; ein Vormittagswert lag bei rund 26.215 Punkten (≈ −0,39 %). Ein sauber gegengeprüfter 16:00-Uhr-Stand ließ sich aus den zugänglichen Quellen nicht abschließend verifizieren – die Tendenz ist jedoch eindeutig leicht negativ, im Gleichklang mit dem schwächeren US-Vorlauf (steigende Renditen, Ölauftrieb) und vor dem Fed-Protokoll am Mittwoch. Größte DAX-Gewinner am Montag waren Deutsche Börse (+1,76 %), Siemens Energy (+1,29 %) und Daimler Truck (+1,18 %). Unterstützungen liegen bei rund 26.200 und 26.000 Punkten, der Widerstand an den Rekordmarken um 26.570/26.600.
Zum Recherchezeitpunkt (~16:05 Uhr MESZ / 10:05 Uhr ET) lagen die US-Indizes nach dem Handelsbeginn im Minus, angeführt vom Tech-Sektor: S&P 500 bei 7.701,62 (−0,56 %), Nasdaq-100 bei 29.457,74 (−1,79 %) und Dow Jones bei 53.383,55 (−0,14 %) (Live-Primärquelle: Trading Economics).
Hinweis zur Doppelquellen-Prüfung: Mehrere unabhängige US-Primärquellen (CNBC, Bloomberg, MarketWatch) lieferten beim direkten Abruf Zugriffsfehler (403), sodass ein zweiter, gleichwertiger Post-Open-Tick nur eingeschränkt verifizierbar war. Die Richtung wird jedoch durch die vorbörslichen Futures bestätigt (Nasdaq-100 −1,1 %, S&P −0,5 %, Dow −0,1 % – Yahoo Finance), die konsistent dasselbe Muster zeigen: Nasdaq/Tech führt die Verluste an, der Dow hält sich relativ stabil. Werte sind entsprechend mit Zeitstempel und Quelle ausgewiesen; keine ungeprüften Schätzwerte.
Der Ölmarkt zieht kräftig an: Brent bei rund 89,98 $ (+1,65 %, intraday bis ~91 $), WTI bei 84,62 $ (+2,70 %) – getrieben von den US-Iran-Spannungen rund um die Straße von Hormuz. Gold notiert nahe seinem Rekord bei 4.416 $ (+0,93 %), Silber fest bei 65,78 $ (+1,74 %) – gestützt von der Zins- und Geopolitik-Unsicherheit. Beim europäischen Erdgas legte der TTF-Kontrakt auf 62,47 €/MWh zu (+1,71 %), während der US-Henry Hub mit 2,70 $ (−1,26 %) nachgab. Kupfer zeigte sich mit 6,60 $ nahezu unverändert.
| Zeit | Ereignis | Aktuell | Erwartung | Vorher |
|---|---|---|---|---|
| 11:00 · DE | ZEW-Konjunkturerwartungen (Aug) ★ Hohe Relevanz | +34,2 | +30,0 | +26,3 |
| 11:00 · DE | ZEW-Lagebeurteilung (Aug) | −61,1 | −69,3 | −65,4 |
| 14:30 · US | Baubeginne & Baugenehmigungen (Juli) ★ Hohe Relevanz | —* | ≈ 1,30 Mio. | 1,32 Mio. |
| 14:15 · US | ADP-Beschäftigung (Aug, vorab) | — | — | — |
| 15:15 · US | Industrieproduktion & Kapazitätsauslastung (Juli) | — | — | — |
| 16:00 · US | Pending Home Sales (Juli) | — | — | — |
*Die US-Baubeginne (14:30 MESZ / 8:30 ET) und die Nachmittagsdaten lagen zum Recherchezeitpunkt (~16:05 MESZ) noch nicht gegengeprüft vor. Der ZEW-Index überraschte klar positiv (+34,2 vs. +30,0 erwartet) und zeigt eine weitere Verbesserung der deutschen Konjunkturerwartungen; auch die Lagebeurteilung fiel mit −61,1 besser als erwartet aus.
Diese Woche (18.–22.08.2026) sind keine wichtigen Börsenfeiertage zu beachten: Die US-Börsen (NYSE/Nasdaq), die europäischen Handelsplätze sowie Tokio, Hongkong, Schanghai und Seoul sind regulär geöffnet.
Heute Dienstag (18.08.): Home Depot (HD, vorbörslich – hat berichtet), Toll Brothers (TOL), Keysight (KEYS), Jack Henry, La-Z-Boy (nachbörslich) sowie Klarna, Xiaomi und BHP Group. Diese Woche im Fokus – Einzelhandels-Earnings zur Back-to-School-Saison: Mi 19.08. – Target (TGT), Lowe's (LOW), Analog Devices (ADI), Bill.com, Nordson; Do 20.08. – Walmart (WMT, Erw. ~0,74 $ EPS), Deere (DE), Alibaba (BABA), Ross Stores (ROST); Fr 21.08. – BJ's Wholesale (BJ), Buckle (BKE). Nvidia berichtet nicht diese Woche – der mit Spannung erwartete Termin ist Mittwoch, 26.08.2026 (nachbörslich, 17:00 ET).
Live-Kurse (Crypto.com, Stand ~17:44 Uhr MESZ): Der Kryptomarkt hält sich robust. Bitcoin legt 1,12 % auf 64.822 $ zu und bewegt sich im oberen Bereich seiner 24-Stunden-Spanne (63.972–65.062 $). Ethereum gewinnt moderatere 0,38 % auf 1.917 $, Solana steigt 1,37 % auf 77,09 $. Damit trotzt der Kryptomarkt der insgesamt vorsichtigen Risikostimmung am Aktienmarkt – trotz steigender Renditen und Ölpreise findet der Sektor am Dienstag Käufer.
| Sektor | Bewertung | Momentum |
|---|---|---|
| Technologie | teuer | überkauft, unter Druck (Rendite-Sprung) |
| Halbleiter | teuer | überkauft, Gewinnmitnahmen |
| Energie | fair | neutral–positiv (Öl steigt) |
| Finanzen | fair | neutral (steile Zinskurve hilft) |
| Gesundheit | günstig | überverkauft (defensiv gefragt) |
| Zykl. Konsum | fair–teuer | neutral (Retail-Earnings-Risiko) |
| Basiskonsum | fair | neutral (defensiv) |
| Industrie | fair | neutral |
| Versorger | fair | schwach (renditesensitiv) |
| Immobilien | günstig–fair | schwach (Renditen belasten) |
| Edelmetalle | teuer | überkauft (Gold nahe Rekord) |
| Grundstoffe | fair | neutral |
Zur Orientierung: Der Rendite-Sprung belastet vor allem Technologie/Halbleiter (teuer, überkauft) und die zinssensitiven Versorger und Immobilien. Rückenwind haben Energie (Öl-Auftrieb) und defensiv Gesundheit (günstig/überverkauft). Zyklischer Konsum steht vor der Retailer-Earnings-Woche besonders im Blick. Qualitative Einschätzung aus dem Marktkontext, keine Live-Kennzahlen. Keine Anlageberatung.
Neue Drohungen rund um die Straße von Hormuz lassen die Öl- und Inflationssorgen zurückkehren. Brent steigt +1,65 % (intraday zeitweise ~91 $), WTI +2,70 % – ein zentraler Belastungsfaktor für zinssensitive Sektoren und gleichzeitig Rückenwind für Energiewerte.
Trading Economics / Yahoo FinanceDie 30-jährige Treasury-Rendite kletterte auf 5,31 %, die 10-jährige auf rund 4,72–4,74 % – belastet von Inflationssorgen, dem hohen Finanzierungsbedarf des KI-Booms und den Staatsausgaben. Der Renditeanstieg trifft vor allem hoch bewertete Tech-Werte.
Trading EconomicsNach der jüngsten KI-getriebenen Rally kommt es zu Gewinnmitnahmen: Der Nasdaq-100 gibt rund 1,8 % nach und führt damit die Verluste an, während sich der Dow relativ stabil hält. Auslöser ist die Kombination aus steigenden Renditen und Ölpreisen.
Trading Economics / Yahoo FinanceDer Baumarktriese meldete für Q2 einen Umsatz von 47,9 Mrd. $ (+5,7 %) und einen Nettogewinn von 4,8 Mrd. $ – über den Erwartungen. Die Jahresprognose wurde bestätigt: Die Renovierungsnachfrage hält trotz des eingefrorenen Immobilienmarkts an.
Home Depot / ReutersDie ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen im August auf +34,2 Punkte (erwartet +30,0, Vormonat +26,3). Auch die Lagebeurteilung verbesserte sich auf −61,1 (erwartet −69,3). Die deutschen Konjunkturerwartungen hellen sich damit weiter auf.
ZEW / Trading EconomicsMittwoch (19.08.) – Fed-Protokoll: Das Sitzungsprotokoll der Juli-Sitzung ist der zentrale Termin der Woche (20:00 Uhr MESZ) – im Fokus stehen der geldpolitische Kurs unter Fed-Chef Kevin Warsh und die Frage, wie hawkish die Notenbank angesichts der Inflationssorgen agiert. Zudem: finale Euro-Zonen-Verbraucherpreise (Juli) sowie Earnings von Target, Lowe's und Analog Devices.
Einzelhandels-Earnings-Woche: Home Depot (Di), Target, Lowe's, TJX (Mi) sowie Walmart (Do) liefern den wichtigsten Gradmesser für den US-Konsum in der Back-to-School-Saison – besonders relevant nach den zuletzt schwächeren Einzelhandelsdaten.
Konjunktur: US-Housing-Starts / Baugenehmigungen (Di), Riksbank-Zinsentscheid und Philly-Fed-Index (Do) sowie die Flash-Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Deutschland, Frankreich, die Euro-Zone, UK und die USA (Fr) runden das Datenbild ab.
Am Horizont: Das Jackson-Hole-Symposium folgt erst vom 27.–29. August (mit der ersten Rede von Fed-Chef Warsh in dieser Rolle) – nicht in dieser Woche. Auch der mit Spannung erwartete Nvidia-Quartalsbericht wird für Mittwoch, 26.08., erwartet. Beide prägen bereits jetzt die Marktstimmung.
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