Tagesbericht

Börsen-Nachrichten – wer steigt, wer fällt

◆ Top-Thema des Tages

Der wichtigste Markttreiber

Nach dem Rekordmontag steht alles still – der Markt wartet auf Teheran und Peking

Am Montag markierte der Nasdaq Composite mit 27.122,09 Punkten einen Rekordschluss, der Nasdaq 100 gewann 2,83 Prozent. Heute passiert fast nichts mehr: Der DAX schloss mit 25.600,01 Punkten nur 25 Punkte bzw. 0,10 Prozent höher, der S&P 500 steht am Nachmittag praktisch unverändert, der Dow sogar leicht im Minus. Die Rally hat nicht gedreht – sie hält den Atem an.

Der Grund sind zwei Termine in dieser Woche. Erstens hat Iran angeboten, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, falls die USA die Blockade iranischer Häfen aufheben; Präsident Pezeshkian spricht morgen vor der UN-Vollversammlung. Zweitens trifft Xi Jinping am Donnerstag in Washington ein – der erste Besuch eines chinesischen Staatspräsidenten im Weißen Haus seit über einem Jahrzehnt, mit einem Staatsbankett, zu dem die Spitzen der US-Technologiebranche geladen sind. Trump sprach heute vor der Vollversammlung von einer „big decision" zum Iran.

Am Ölmarkt schlägt das bereits durch. Der Preis fiel den fünften Handelstag in Folge – Brent auf rund 99 US-Dollar, WTI auf rund 91 Dollar. Bemerkenswert ist der Tagesverlauf: Am Morgen zog der Preis nach einem erneuten Schiffsangriff in der Straße von Hormus noch an, der DAX startete mit 0,4 Prozent im Minus. Erst am frühen Nachmittag, als die Diplomatiesignale aus Teheran durchkamen, kippte der Ölpreis und die europäischen Märkte drehten ins Plus.

Was der Markt dabei übersieht: Das Verbrauchervertrauen der Eurozone fiel im September auf −16,5 nach −15,5 und damit erstmals nach vier Anstiegen in Folge – ausgerechnet begründet mit den hohen Kraftstoffpreisen der Vorwochen. Die Entlastung beim Öl kommt für diese Erhebung zu spät, wirkt aber in die kommenden Monate hinein.

① Übernacht & Asien

Hang Seng
25.087,75
+0,18 %
Kospi
7.017,91
+0,15 %
Shanghai Comp.
3.952,13
+0,06 %
Nikkei 225
Feiertag
zuletzt 65.018,95

Asien hat die Wall-Street-Rally nicht übernommen. Der Kospi eröffnete mehr als zwei Prozent im Plus und gab fast alles wieder ab – er schloss mit 7.017,91 Punkten nur 10,19 Punkte bzw. 0,15 Prozent höher. Der Grund ist banal und wichtig zugleich: Vor dem Chuseok-Feiertag am Donnerstag und Freitag nahmen Privatanleger Gewinne mit, netto für 1,61 Billionen Won. Ausländer kauften mit 76,2 Milliarden Won dagegen – ein Zehntel des Volumens.

Bei den Halbleitern ging die Schere auf: Samsung Electronics stieg 0,91 Prozent auf 276.500 Won, SK Hynix fiel dagegen 1,50 Prozent auf 1.840.000 Won. Nach dem Sprung vom Montag ist das eine schlichte Gewinnmitnahme, aber sie zeigt, dass die Chipeuphorie in Asien schneller ermüdet als in New York.

China bewegte sich kaum. Der Hang Seng gewann 45,04 Punkte bzw. 0,18 Prozent auf 25.087,75, der Shanghai Composite 2,22 Punkte bzw. 0,06 Prozent auf 3.952,13. Gefragt waren Energiewerte – PetroChina +1,12 Prozent, China Shenhua +1,52 Prozent –, schwach dagegen Optikzulieferer. Im Hintergrund signalisierte der US-Handelsbeauftragte Greer die Bereitschaft, den im November auslaufenden Handelsburgfrieden um drei bis sechs Monate zu verlängern.

Tokio bleibt den dritten Tag geschlossen – Respect for the Aged Day, Brückentag und morgen die Herbst-Tagundnachtgleiche. Der japanische Kassamarkt öffnet erst am Donnerstag; der letzte Nikkei-Schluss vom Freitag steht bei 65.018,95 Punkten.

② US-Vorabend · Vortagesschluss

Nasdaq 100 (Mo-Schluss)
30.482,35
+2,83 %
Nasdaq Comp. (Mo-Schluss)
27.122,09
+2,26 %
S&P 500 (Mo-Schluss)
7.764,70
+1,49 %
Dow Jones (Mo-Schluss)
52.048,83
+0,71 %

Der Montag war deutlich stärker, als er am Nachmittag ausgesehen hatte. Im gestrigen Bericht standen hier die Stände von 18:01 Uhr MESZ – S&P 500 +1,13, Nasdaq 100 +2,22, Dow +0,43 Prozent. Bis zum Schluss legten alle vier noch zu: Der S&P 500 gewann 114,20 Punkte bzw. 1,49 Prozent auf 7.764,70, der Nasdaq Composite 599,55 Punkte bzw. 2,26 Prozent auf 27.122,09 – ein Rekordschluss –, der Nasdaq 100 838,18 Punkte bzw. 2,83 Prozent auf 30.482,35 und der Dow 366,19 Punkte bzw. 0,71 Prozent auf 52.048,83.

Der größte Einzelbeitrag kam von Meta mit einem Sprung um 11,4 Prozent, nachdem die neue KI-App „Muse" auf Platz eins der App-Store-Charts geklettert war. Dahinter die Chipwerte: AMD rund 9 bis 10 Prozent mit zeitweise einer Billion Dollar Börsenwert, Intel rund 10 Prozent, Nvidia 2,3 Prozent, Tesla 3,0 Prozent. Schlusslicht war Labcorp mit rund 6 Prozent Minus nach Anpassungen bei den Medicare-Erstattungen. Kommunikations- und Technologiewerte führten, Energie und Grundstoffe blieben zurück – exakt das Muster, das ein fallender Ölpreis erzeugt.

③ Europa / DE · Xetra-Schluss

DAX (Xetra-Schluss)
25.600,01
+0,10 %
MDAX
31.546,56
+0,98 %
TecDAX
4.048,73
+0,93 %
Euro Stoxx 50
6.332,20
+0,22 %

(a) Verlauf – ein Tag in zwei Hälften: Der DAX startete 0,4 Prozent im Minus bei rund 25.484 Punkten, weil die Ölpreise nach einem erneuten Schiffsangriff in der Straße von Hormus wieder anzogen. Ab etwa 14 Uhr drehte das Bild, als die iranischen Diplomatiesignale den Ölpreis kippen ließen; zwischenzeitlich lag der Index deutlich über 25.700 Punkten. Halten ließ sich das nicht: Zum Xetra-Schluss standen 25.600,01 Punkte, 25,00 Punkte bzw. 0,10 Prozent über dem Montagsschluss von 25.575,01. Die Rechenprobe geht exakt auf.

Die zweite Reihe war deutlich stärker als der Leitindex. Der MDAX gewann 304,60 Punkte bzw. 0,98 Prozent auf 31.546,56, der TecDAX 37,21 Punkte bzw. 0,93 Prozent auf 4.048,73. Das ist die Umkehr des gestrigen Bildes und ein gesundes Zeichen: Wenn die Breite anzieht, während der Leitindex stillsteht, verteilt sich der Anstieg. Der Euro Stoxx 50 legte 14,00 Punkte bzw. 0,22 Prozent auf 6.332,20 zu; der FTSE 100 stand am Nachmittag mit 10.747,45 Punkten 0,08 Prozent im Plus, der CAC 40 bewegte sich um die Nulllinie.

(b) Gewinner und Verlierer: Vorn lagen Zalando mit +3,71 Prozent, Infineon mit +3,16 Prozent und die GEA Group mit +2,82 Prozent. Bei Zalando ließ sich kein konkreter Nachrichtenauslöser finden – nach einem Minus von gut vier Prozent auf Wochensicht und 18 Prozent auf Jahressicht spricht vieles für eine technische Gegenbewegung. Infineon profitierte von den US-Chipvorgaben, GEA und die Konsumwerte vom billigeren Öl.

Am Ende des Index stand die Allianz mit −3,35 Prozent und brach damit ihre 50-Tage-Linie bei rund 439 Euro; eine Abstufung ließ sich dafür nicht finden, als Begründung genannt werden die zwischenzeitlich gestiegenen Ölpreise und die Erwartung einer länger restriktiven US-Geldpolitik. Dahinter Rheinmetall mit −1,90 Prozent – Rüstungswerte leiden unter jeder Entspannungsmeldung aus dem Nahen Osten – und die Deutsche Bank mit −1,66 Prozent.

(c) Weitere Meldungen: Die Immobilienwerte bleiben unter dem Eindruck der Berlin-Wahl. Vonovia verlor weitere 1,66 Prozent auf 17,19 Euro – Exane BNP Paribas senkte das Kursziel auf 16 Euro –, TAG Immobilien und LEG gaben je knapp zwei Prozent nach. TUI fiel rund zwei Prozent, weil die Sommerbuchungen fünf Prozent unter Vorjahr liegen. Im TecDAX führten SMA Solar mit +5,04 Prozent und Nemetschek mit +4,31 Prozent. Europaweit war Kingfisher mit rund +8 Prozent nach angehobener Prognose der Tagessieger, gefolgt von Prosus mit +5,5 Prozent.

(d) Devisen und Anleihen: Der Euro gab auf rund 1,1443 US-Dollar nach (−0,2 Prozent) – belastet vom schwachen Verbrauchervertrauen –, USD/JPY notierte nahezu unverändert bei rund 157,27. Die zehnjährige US-Rendite lag mit 4,96 Prozent auf dem Montagsniveau, die dreißigjährige fiel um gut einen Basispunkt auf 5,28 Prozent. Die zehnjährige Bundrendite gab leicht auf knapp 3,45 Prozent nach.

④ Erste Marktreaktion nach US-Börsenstart

Nasdaq 100 · Nachmittag
30.614
+0,43 %
Nasdaq Comp. · 17:04 Uhr
27.216,09
+0,35 %
S&P 500 · 17:05 Uhr
7.765,44
+0,01 %
Dow Jones · Nachmittag
51.847
−0,39 %

Die Wall Street steht praktisch still – aber nicht einheitlich. Der S&P 500 lag um 17:05 Uhr MESZ mit 7.765,44 Punkten 0,74 Punkte über dem Montagsschluss, also exakt auf der Nulllinie. Der Nasdaq Composite gewann 94,00 Punkte bzw. 0,35 Prozent auf 27.216,09 und markierte dabei im Tagesverlauf ein neues Intraday-Allzeithoch. Der Nasdaq 100 stand rund 0,43 Prozent im Plus bei etwa 30.614 Punkten, während der Dow Jones mit rund 51.847 Punkten 0,39 Prozent verlor.

Die Spreizung des Vortages setzt sich also fort, nur in kleinerem Maßstab: Technologie hält die Gewinne, die Industrie gibt sie ab. Der Volatilitätsindex VIX bewegte sich mit rund 14,9 kaum – der Markt preist also keine Nervosität ein, sondern schlicht Abwarten. Nur Indexstände, keine Einzelwerte.

⑤ Rohstoffe

Brent
~99,0–99,8 $
5. Verlusttag
WTI
~90,6–91,1 $
unter 91 $
Gold
4.323–4.327 $
−0,4 %
Silber
65,49 $
−0,6 %
Platin
1.817,00 $
+1,17 %

Der Ölpreis fällt den fünften Handelstag in Folge – und der Auslöser ist neu. Iran hat angeboten, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, wenn die USA im Gegenzug die Blockade iranischer Häfen beenden. Marktberichte sprechen von einer möglichen Öffnung „innerhalb einer Woche". Brent notiert bei rund 99 US-Dollar, WTI bei rund 91 Dollar – die amerikanische Sorte ist damit auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Eskalation.

Der Tagesverlauf war zweigeteilt und verdient Beachtung. Im asiatischen Handel stieg der Preis noch – Brent zeitweise über 102 Dollar –, nachdem ein weiteres Schiff in der Straße von Hormus angegriffen worden war. Erst am frühen Nachmittag drehte der Markt auf die Meldung aus Teheran. Wer heute nur den Schlusskurs sieht, übersieht, dass derselbe Markt binnen weniger Stunden zwei gegensätzliche Nachrichten verarbeitet hat. Entsprechend vorsichtig äußerten sich Händler zur Nachhaltigkeit des Rückgangs.

Die Lage bei den Destillaten bleibt das ungelöste Problem. Während Rohöl fällt, sind Diesel und Kerosin weltweit knapp – die Preise für Mitteldestillate liegen weiter auf Rekordniveau. Der Rohölpreis entspannt sich also, ohne dass der Verbraucher an der Zapfsäule oder die Luftfahrt davon bereits etwas merkt.

Bei den Edelmetallen zeigt sich dasselbe Muster wie gestern: Gold gibt rund 0,4 Prozent auf etwa 4.325 US-Dollar nach, Silber 0,6 Prozent auf 65,49 Dollar. Ein festerer Dollar und restriktive Fed-Kommentare wiegen schwerer als die Entlastung durch Öl und Renditen. Gegen den Trend legte Platin 1,17 Prozent auf 1.817,00 Dollar zu – ein Industriemetall, das eher von der Konjunkturhoffnung als von der Krisenprämie lebt.

⑥ Wirtschaftsdaten

DatumEreignisIstErwartungVorher
Di 22.09.Eurozone · Verbrauchervertrauen September, vorläufig ★ Hohe Relevanz−16,5−16,0−15,5
Di 22.09.US · Fed-Redner Williams, Jefferson, Barkin———
Di 22.09.US · Richmond-Fed Verarbeitendes Gewerbe—5—
Mi 23.09.Einkaufsmanagerindizes DE / Eurozone / UK / USA ★ Hohe Relevanz———
Mi 23.09.OECD-Zwischenbericht Wirtschaftsausblick———
Do 24.09.ifo-Geschäftsklima · SNB · Riksbank · Norges Bank ★ Hohe Relevanz———
Do 24.09.US Erstanträge · Neubauverkäufe · Leistungsbilanz · Costco Q4———
Fr 25.09.GfK-Konsumklima DE · EZB-Geldmenge M3———
Fr 25.09.US Auftragseingang langlebige Güter · Uni Michigan———

Die einzige harte Zahl des Tages ist unangenehm. Das Verbrauchervertrauen der Eurozone fiel im September auf −16,5 und damit unter die Erwartung von −16,0 sowie deutlich unter die −15,5 vom August. Es ist der erste Rückgang nach vier Anstiegen in Folge, und die EU-Kommission nennt als Hauptgrund ausdrücklich die hohen Kraftstoffpreise. Damit hat der Nahostkonflikt den europäischen Verbraucher erreicht – und zwar mit der Verzögerung, die für solche Erhebungen typisch ist. Der Indikator liegt weiter klar unter seinem langfristigen Durchschnitt. Der Datentag der Woche ist morgen: Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes zeigen erstmals, wie Industrie und Dienstleister auf Energiepreise und Zinsniveau reagiert haben.

⑦ Börsenfeiertage

Die Börse Tokio bleibt heute den zweiten und morgen den dritten Tag geschlossen (Brückentag und Herbst-Tagundnachtgleiche) – die japanische „Silver Week". Der Kassamarkt öffnet am Donnerstag, 24. September, wieder. Dann beginnt die nächste Lücke: Seoul handelt wegen des Chuseok-Festes am Donnerstag und Freitag nicht, Shanghai bleibt am Freitag geschlossen. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die Schweiz und die USA handeln durchgehend.

Ein Blick voraus: In der kommenden Woche schließt Shanghai zur „Golden Week" am 1. und 2. Oktober, Hongkong am 1. Oktober, Seoul am 5. Oktober. Die asiatische Liquidität bleibt also bis weit in den Oktober hinein löchrig – ausgerechnet in den Tagen rund um den Trump-Xi-Gipfel und die anschließenden Verhandlungen.

⑧ Quartalsberichte & Unternehmen

AutoZone hat das Quartal vorgelegt – mit einem aufschlussreichen Bruch. Das Ergebnis je Aktie lag mit 56,05 US-Dollar über den erwarteten 54,14 Dollar, der Umsatz verfehlte mit 6,59 Milliarden die erwarteten 6,71 Milliarden Dollar. Der Ergebnisüberschuss stammt also nicht aus dem Geschäft, sondern maßgeblich aus Zollrückerstattungen und nicht zahlungswirksamen Lagerbewertungseffekten. Gewachsen ist das Gewerbegeschäft in den USA mit 8,6 Prozent auf 1,91 Milliarden Dollar. Nachbörslich berichtet unter anderem der Hausbauer KB Home.

Im Chipsektor dominiert die Politik. Xi Jinping trifft am Donnerstag in Washington ein – Trump empfängt ihn abweichend vom Protokoll persönlich auf der Andrews Air Force Base. Zum Staatsbankett geladen sind unter anderem Sam Altman, Jensen Huang, Tim Cook, Satya Nadella und Cristiano Amon. Verhandelt wird über gegenseitige Zollsenkungen auf Güter im Volumen von rund 30 Milliarden Dollar. Nvidias leistungsstärkste Chips bleiben vorerst beschränkt: Je freigegebenem Käufer sind bis zu 75.000 H200 erlaubt, die tatsächlichen Lieferungen liegen bislang weit darunter.

Heute kam die Gegenbewegung aus Peking. Alibaba legte vorbörslich rund 3,1 Prozent zu, nachdem der Konzern Chinas bislang leistungsstärksten heimischen KI-Chip angekündigt hatte – ausdrücklich als Nvidia-Alternative. Die amerikanischen Chipwerte gaben im Gegenzug einen Teil der Montagsgewinne ab: ARM, Intel und AMD notierten vorbörslich je rund ein Prozent im Minus. Im Handelsverlauf stabilisierte sich das Bild, Nvidia notierte mit 227,90 Dollar 0,23 Prozent fester, AMD mit 614,92 Dollar praktisch unverändert und einer Börsenbewertung von gut einer Billion Dollar.

Novo Nordisk bekommt die Rechnung für den Kapitalmarkttag. Nach dem Einbruch vom Montag senkten heute mehrere Häuser die Kursziele: Deutsche Bank auf 245 dänische Kronen mit Verkaufsempfehlung, JP Morgan und Jefferies auf 260 bis 275 Kronen mit Halteempfehlung. Das Medianziel fiel auf 308,89 Kronen, 16 von 24 Analysten empfehlen inzwischen nur noch Halten. Kritisiert werden die Margenziele, die fehlende Klarheit zum Patentablauf bei Semaglutid und die dünne Pipeline jenseits der Abnehmpräparate. Bemerkenswert dagegen: Roche legte positive Phase-II-Daten zu Enicepatide vor – alle primären Endpunkte erreicht – ohne nennenswerte Kursreaktion.

Morgen berichten H&M und KWS Saat, dazu stehen der Investor Day von McDonald's, eine Unternehmenspräsentation von Adidas und die Entwicklerkonferenz Meta Connect an – letztere mit besonderer Aufmerksamkeit, nachdem die KI-App „Muse" die Aktie am Montag um 11,4 Prozent nach oben getrieben hat.

⑨ Krypto

Bitcoin · live
86.244 $
+0,49 %
Ethereum · live
2.744,80 $
−0,15 %
Solana · live
117,10 $
−1,38 %
BTC 24h-Spanne
85.108–87.411 $
live, Crypto.com

Live-Kurse (Crypto.com, Stand 17:13 Uhr MESZ): Nach zwei sehr starken Tagen legt der Kryptomarkt eine Pause ein. Bitcoin steht mit 86.244 $ nur 0,49 Prozent höher, Ethereum gibt 0,15 Prozent auf 2.744,80 $ ab, Solana verliert 1,38 Prozent auf 117,10 $. Bitcoin hatte im Tagesverlauf 87.411 Dollar erreicht – den höchsten Stand seit Januar – und die Spitze nicht gehalten.

Das Muster ist dasselbe wie an den Aktienmärkten: Die Bewegung kommt zum Stillstand, ohne zu drehen. Die zehnjährige US-Rendite verharrt bei 4,96 Prozent – der Rückenwind vom Montag wirkt also weiter, liefert aber keinen neuen Impuls. Dass Solana als volatilster der drei Werte am stärksten nachgibt, ist nach einem Plus von fast neun Prozent am Vortag die erwartbare Gegenbewegung.

⑨b Sektor-Kompass · Über- & Unterbewertung

SektorBewertungMomentum
HalbleiterteuerGewinnmitnahmen (SK Hynix −1,5 %, AMD flach)
Internet / Plattformenteuersehr stark (Meta +11,4 % am Montag)
Nebenwerte (MDAX/TecDAX)günstigstark (+0,98 % / +0,93 %)
Konsum / Handelgünstigfest (Kingfisher +8 %, Zalando +3,7 %)
Energie / Ölgünstigfünfter Verlusttag in Folge
Destillate (Diesel/Kerosin)teuerweiter Rekordniveau trotz fallendem Rohöl
Rüstungteuerschwach (Rheinmetall −1,90 %)
Versicherungenfairschwach (Allianz −3,35 %, 50-Tage-Linie gebrochen)
Banken / Finanzengünstigschwach (Dt. Bank −1,66 %)
Immobiliengünstigschwach (Vonovia −1,66 %, TAG/LEG je −2 %)
Pharma / AbnehmpräparatefairKurszielsenkungen bei Novo Nordisk
EdelmetalleteuerGold und Silber zweiten Tag schwächer

Zur Orientierung: Die Rotation, die gestern begann, setzt sich heute sauber fort. Alles, was von einem hohen Ölpreis und einem heißen Nahostkonflikt gelebt hat, gibt nach – Rüstung, Energie, Edelmetalle. Alles, was darunter gelitten hat, zieht an – Handel, Konsum, Reise, Nebenwerte. Der wichtigste Unterschied zu gestern ist die Breite: MDAX und TecDAX gewinnen rund ein Prozent, während der DAX stillsteht. Das ist die gesündere Variante einer Aufwärtsbewegung. Der Widerspruch, den man im Auge behalten sollte, steckt bei den Destillaten: Rohöl fällt den fünften Tag, Diesel und Kerosin bleiben auf Rekordniveau. Solange sich diese Schere nicht schließt, ist die Inflationsentlastung durch billigeres Öl eher eine Erzählung für die Börse als eine für den Verbraucher – das Verbrauchervertrauen der Eurozone hat das heute bestätigt. Bei der Allianz ist der Bruch der 50-Tage-Linie ohne Unternehmensnachricht ein rein charttechnisches Ereignis; solche Bewegungen kehren sich häufiger um als fundamental begründete. Keine Anlageberatung.

⑨c ETF-Ampel

Grün = günstig & überverkauft (antizyklischer Einstieg) Gelb = gemischt/neutral – abwarten Rot = teuer & überkauft (überhitzt)
Wie die Ampel entsteht: Jede Position wird auf zwei Achsen bewertet – (A) Bewertung (KGV relativ zum Markt bzw. Preisniveau) und (B) Momentum/Charttechnik (MACD, Kurs vs. EMA200). Daraus folgt zwingend die Farbe: teuer + überkauft → Rot, günstig + überverkauft → Grün, alle gemischten/neutralen Fälle → Gelb. Ergänzend fließen Mittelzu-/-abflüsse, relative Stärke ggü. Index und Kosten (TER) ein; bei Dividenden-ETFs zusätzlich Rendite & Ausschüttungskontinuität. Momentaufnahme, keine Anlageberatung.
Regionen & Märkte
iShares Core DAX UCITS
Deutsche Standardwerte
Bewertung weiter günstig, Momentum neutral – 25.600,01 Punkte nach +0,10 %, ein reiner Stillstandstag nach zwei Aufwärtstagen. Auffällig ist, dass die Breite darunter zulegt: MDAX +0,98 %, TecDAX +0,93 %. Der Leitindex wird von seinen Schwergewichten gebremst, nicht vom Markt. → günstig + neutrales Momentum = Gelb.
iShares MDAX UCITS
Deutsche Nebenwerte
Bewertung günstig mit deutlichem Abschlag zum DAX, Momentum frisch gedreht – +0,98 % auf 31.546,56, nachdem der MDAX gestern beim Zinstrade noch klar zurückgeblieben war. Nebenwerte reagieren stärker auf fallende Energiepreise, weil sie binnenkonjunkturell und energieintensiver sind. Die Kehrseite: Sie leiden ebenso schnell, wenn der Ölpreis wieder dreht – und dessen Nachhaltigkeit ist offen. → günstig + drehendes Momentum = Grün.
iShares NASDAQ 100 UCITS
US-Tech-Schwergewichte
Bewertung ambitioniert, Momentum nach +2,83 % am Montag und einem Rekordschluss im Nasdaq Composite klar überkauft. Heute kommt mit +0,43 % nur noch wenig nach, obwohl die Nachrichtenlage unverändert freundlich ist – ein erstes Ermüdungszeichen. Der Kurs hängt jetzt an zwei politischen Terminen dieser Woche. → teuer + überkauft = Rot.
iShares Core MSCI Emerging Markets
Schwellenländer
Bewertung günstig, Momentum matt – der Kospi eröffnete über +2 % und schloss mit +0,15 %, Hang Seng +0,18 %, Shanghai +0,06 %. Asien hat die Wall-Street-Rally nicht mitgemacht, weil vor Chuseok Gewinne mitgenommen wurden. Dazu kommt ein handfestes strukturelles Problem: Tokio fehlt bis Mittwoch, Seoul ab Donnerstag, Shanghai am Freitag, und im Oktober folgt die Golden Week. → günstig + abgewürgtes Momentum = Gelb.
Branchen & Themen
VanEck Semiconductor UCITS
Halbleiter
Bewertung hoch, Momentum erstmals seit Tagen uneinheitlich – SK Hynix −1,50 %, AMD und Intel vorbörslich je rund −1 %, Nvidia nur +0,23 %. Gleichzeitig kündigt Alibaba Chinas leistungsstärksten heimischen KI-Chip als Nvidia-Alternative an. Das ist die eigentliche Nachricht des Tages für den Sektor: Der Engpass, der die Preise trägt, bekommt Konkurrenz. → teuer + drehendes Momentum = Rot.
STOXX Europe 600 Oil & Gas
Energie
Bewertung günstig, Momentum den fünften Tag negativ – Brent bei rund 99 $, WTI bei rund 91 $, getrieben vom iranischen Angebot zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Gegenseite ist allerdings stärker als gestern: Am Morgen zog der Preis nach einem Schiffsangriff noch an, und Diesel wie Kerosin bleiben auf Rekordniveau. Ein Sektor, der an einer einzigen diplomatischen Zusage hängt. → günstig + fundamental begründete Schwäche = Gelb.
iShares STOXX Europe 600 Real Estate
Immobilien
Bewertung günstig, Momentum den zweiten Tag politisch gedrückt – Vonovia −1,66 % auf 17,19 €, tiefster Stand seit Juni 2023, TAG und LEG je knapp −2 %; Exane BNP Paribas senkte das Vonovia-Kursziel auf 16 €. Die Einordnung bleibt dieselbe wie gestern: Eine Vergesellschaftung ist ein jahrelanger Rechtsweg mit Entschädigungspflicht, während fallende Renditen die Finanzierungskosten real senken. Politisches Risiko, nicht fundamentales. → günstig + überverkauft = Grün.
iShares Global Aerospace & Defence
Luftfahrt & Verteidigung
Bewertung nach Jahren der Neubewertung hoch, Momentum jetzt klar negativ – Rheinmetall verliert 1,90 % und ist einer der schwächsten DAX-Werte. Jede Entspannungsmeldung aus dem Nahen Osten trifft den Sektor unmittelbar, und diese Woche besteht aus Entspannungsmeldungen. Der strukturelle Rückenwind der europäischen Aufrüstung bleibt, das Bewertungsniveau lässt aber wenig Puffer. → teuer + drehendes Momentum = Rot.
Rohstoffe & Edelmetalle
EUWAX Gold II DE000EWG2LD7
Physisch besichertes Gold-ETC
Preisniveau mit rund 4.325 $ weiter nahe den Höchstständen, Momentum den zweiten Tag negativ. Die Begründung ist unverändert stimmig: Ein festerer Dollar und restriktive Fed-Kommentare wiegen schwerer als die Entlastung bei Öl und Renditen, und die Krisenprämie schmilzt mit jeder Diplomatiemeldung. → teuer + negatives Momentum = Gelb.
WisdomTree Brent Crude Oil JE00B78CGV99
Öl / Brent-ETC
Preisniveau mit rund 99 $ den fünften Tag rückläufig, und zum ersten Mal steht eine konkrete Zusage im Raum: Iran bietet die Wiederöffnung der Straße von Hormus gegen ein Ende der Hafenblockade an. Genau darin liegt das Risiko – es ist ein Angebot, keine Umsetzung, und heute Morgen wurde in derselben Meerenge noch ein Schiff angegriffen. Wer hier positioniert ist, handelt eine Verhandlung, keinen Markt. → gefallen + maximal zweiseitiges Nachrichtenrisiko = Gelb.
L&G All Commodities
Breiter Rohstoffkorb
Bewertung fair, Momentum gegenläufig – Rohöl fällt, Diesel und Kerosin halten Rekordniveau, Edelmetalle geben nach, Platin legt 1,17 % zu. Der Korb bildet genau diesen Zwiespalt ab und bewegt sich deshalb kaum. In einer Woche, die von zwei politischen Terminen abhängt, ist das eher ein Vorteil als ein Mangel. → fair + gemischt = Gelb.
Krypto
Fidelity Physical Bitcoin (ETP)
Bitcoin physisch
Preisniveau mit 86.244 $ weiter hoch, Momentum aber erstmals seit drei Tagen neutral – im Tageshoch standen 87.411 $, der höchste Stand seit Januar, gehalten wurde er nicht. Wir stufen von Rot auf Gelb: Die Überhitzung baut sich ab, ohne dass die Bewegung dreht. Das Zinsumfeld mit 4,96 % bleibt stützend, liefert aber keinen neuen Impuls mehr. → erhöht + abkühlendes Momentum = Gelb.
Dividenden-ETFs
iShares STOXX Global Select Dividend 100 ~5 % · TER ~0,46 %
Globale Hochdividende · quartalsw. Jan/Apr/Jul/Okt
Bewertung günstig, Momentum belastet – Versicherer, Banken, Energie und Immobilien sind hier überdurchschnittlich vertreten und stellen heute gleich vier der schwächsten Gruppen. Der Index bildet den Verlierersektor der laufenden Rotation ab. Solange das Geld von der Krisenprämie in die Zykliker wandert, bleibt dieser Ansatz zurück. → günstig + schwaches Momentum = Gelb.
Fidelity US Quality Income UCITS ~1,4 % · TER ~0,25 %
US-Qualität · quartalsw. Feb/Mai/Aug/Nov
Bewertung moderat, Momentum neutral – der S&P 500 steht auf der Nulllinie, der Dow verliert 0,39 %. Der Qualitätsfilter schließt die Plattform- und Chipwerte aus, die den Markt gerade allein tragen, und hält dafür die soliden Bilanzen. In einer Woche, deren Ausgang an zwei politischen Verhandlungen hängt, ist das keine schlechte Position. → fair + neutral = Gelb.
iShares EURO STOXX 50 (DE) ~2,4 % · TER ~0,10 %
Euro-Blue-Chips · quartalsw. Mär/Jun/Sep/Dez
Bewertung günstig, Momentum matt – der Index gewinnt 0,22 % auf 6.332,20 und bleibt damit hinter MDAX und TecDAX zurück. Die Zusammensetzung erklärt das: Versicherer und Banken bremsen, und seit Montag fehlt Volkswagen, das nach fünfzehn Jahren aus dem Index gefallen ist. Der doppelte Bewertungsabschlag Europas bleibt bestehen. → günstig + schwaches Momentum = Gelb.
💡 Monatlicher Cashflow: Die drei Dividenden-ETFs zahlen dank versetzter Termine zusammen in jedem Monat aus: Jan/Apr/Jul/Okt (Global Select Dividend) + Feb/Mai/Aug/Nov (US Quality Income) + Mär/Jun/Sep/Dez (EURO STOXX 50) = alle 12 Monate. Ausschüttungsrenditen, TER und Termine sind indikativ.

⑩ Die wichtigsten Meldungen

Geopolitik

Iran bietet Wiederöffnung der Straße von Hormus an – Öl fällt den fünften Tag

Teheran hat angeboten, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, falls die USA im Gegenzug die Blockade iranischer Häfen aufheben. Marktberichte sprechen von einer möglichen Öffnung innerhalb einer Woche. Brent fiel daraufhin auf rund 99 US-Dollar, WTI auf rund 91 Dollar – der fünfte Verlusttag in Folge. Präsident Pezeshkian spricht morgen vor der UN-Vollversammlung. Zur Vorsicht mahnt der Tagesverlauf selbst: Am Morgen war in derselben Meerenge ein weiteres Schiff angegriffen worden, der Ölpreis stieg da noch. Zwischen Angebot und Umsetzung liegt in diesem Konflikt erfahrungsgemäß viel.

Trading Economics / dpa-AFX / CMC Markets
Wall Street

Nasdaq Composite mit Rekordschluss – Meta springt 11,4 Prozent

Der Nasdaq Composite schloss am Montag bei 27.122,09 Punkten und damit 2,26 Prozent höher – ein Rekordschluss; der Nasdaq 100 gewann 2,83 Prozent, der S&P 500 1,49 Prozent, der Dow 0,71 Prozent. Der größte Einzelbeitrag kam von Meta mit +11,4 Prozent, nachdem die neue KI-App „Muse" auf Platz eins der App-Store-Charts geklettert war. Dahinter die Chipwerte mit AMD und Intel um jeweils rund zehn Prozent im Plus. Heute markierte der Composite im Verlauf ein neues Intraday-Allzeithoch, kam aber nur noch 0,35 Prozent voran.

AP / TheStreet / Motley Fool
Eurozone

Verbrauchervertrauen fällt auf −16,5 – erster Rückgang nach vier Anstiegen

Das vorläufige Verbrauchervertrauen der Eurozone sank im September auf −16,5 nach −15,5 im August und verfehlte damit die Erwartung von −16,0. Es ist der erste Rückgang nach vier Anstiegen in Folge. Die EU-Kommission nennt als Hauptgrund ausdrücklich die hohen Kraftstoffpreise. Damit ist messbar, wie der Nahostkonflikt über den Ölpreis beim europäischen Verbraucher ankommt – mit der für solche Erhebungen typischen Verzögerung. Der Indikator liegt weiterhin klar unter seinem langfristigen Durchschnitt.

EU-Kommission / dpa-AFX
China

Alibaba kündigt Chinas stärksten KI-Chip an – Xi kommt am Donnerstag

Alibaba legte vorbörslich rund 3,1 Prozent zu, nachdem der Konzern den bislang leistungsstärksten heimischen KI-Chip Chinas angekündigt hatte, ausdrücklich als Alternative zu Nvidia. Zwei Tage später trifft Xi Jinping in Washington ein – der erste Besuch eines chinesischen Staatspräsidenten im Weißen Haus seit über einem Jahrzehnt. Beim Staatsbankett am Donnerstag sind Sam Altman, Jensen Huang, Tim Cook, Satya Nadella und Cristiano Amon geladen. Verhandelt wird über gegenseitige Zollsenkungen auf Güter im Volumen von rund 30 Milliarden Dollar; der US-Handelsbeauftragte Greer signalisierte Bereitschaft, den im November auslaufenden Burgfrieden um drei bis sechs Monate zu verlängern.

dpa-AFX / Business Standard / Barron's
Aktien

Allianz bricht die 50-Tage-Linie – ohne Unternehmensnachricht

Die Allianz verlor 3,35 Prozent und war damit mit Abstand der schwächste DAX-Wert; der Kurs fiel unter die 50-Tage-Linie bei rund 439 Euro. Eine Abstufung oder Unternehmensmeldung ließ sich dafür nicht finden. Als Begründung genannt werden die zwischenzeitlich wieder gestiegenen Ölpreise und die Erwartung einer länger restriktiven US-Geldpolitik. Die Analystenziele spannen sich von 325 Euro bei Jefferies bis 495 Euro bei der DZ Bank – eine Bandbreite, die für sich spricht. Dahinter verloren Rheinmetall 1,90 Prozent im Sog der Entspannungssignale und die Deutsche Bank 1,66 Prozent.

finanznachrichten.de / finanzen.net
Deutschland

Vonovia auf Sechsjahrestief – Exane senkt Kursziel auf 16 Euro

Zwei Tage nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin bleiben die Immobilienwerte unter Druck. Vonovia verlor weitere 1,66 Prozent auf 17,19 Euro und notiert damit so tief wie zuletzt im Juni 2023; Exane BNP Paribas senkte das Kursziel auf 16 Euro. TAG Immobilien und LEG gaben je knapp zwei Prozent nach. Vonovia bietet der künftigen Landesregierung Kooperation an und verweist auf Berliner Durchschnittsmieten von 8,26 Euro je Quadratmeter im Bestand gegenüber einem stadtweiten Median von 15,78 Euro; statt Enteignung schlägt der Konzern den Neubau von 1.000 Einheiten vor. Der Wettbewerber Heimstaden erklärte, sein Vertrauen in den Schutz des Eigentums bleibe ungebrochen. Branchenvertreter sehen das größte Risiko nicht im Bestand, sondern im Neubau.

Tagesspiegel / ms-aktuell / wallstreet-online
Pharma

Novo Nordisk: Kurszielsenkungen auf breiter Front

Nach dem Einbruch vom Montag infolge des Londoner Kapitalmarkttags senkten heute mehrere Häuser ihre Ziele: Deutsche Bank auf 245 dänische Kronen mit Verkaufsempfehlung, JP Morgan und Jefferies auf 260 bis 275 Kronen mit Halteempfehlung. Das Medianziel fiel auf 308,89 Kronen; 16 von 24 Analysten raten nur noch zum Halten. Kritisiert werden die Margenziele, die fehlende Klarheit zum Semaglutid-Patentablauf Anfang der 2030er Jahre und die dünne Pipeline jenseits der Abnehmpräparate. Auf Jahressicht steht die Aktie rund 34 Prozent im Minus. Gegenstimme: Ålandsbanken hält den Abverkauf für übertrieben.

wallstreet-online / dpa-AFX
Unternehmen

AutoZone schlägt beim Gewinn, verfehlt beim Umsatz

Der US-Autoteilehändler meldete für das vierte Geschäftsquartal ein Ergebnis je Aktie von 56,05 US-Dollar gegenüber erwarteten 54,14 Dollar, verfehlte beim Umsatz mit 6,59 Milliarden Dollar aber die erwarteten 6,71 Milliarden. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung: Der Gewinnüberschuss stammt maßgeblich aus Zollrückerstattungen und nicht zahlungswirksamen Lagerbewertungseffekten, nicht aus dem operativen Geschäft. Gewachsen ist das US-Gewerbegeschäft mit 8,6 Prozent auf 1,91 Milliarden Dollar; für Aktienrückkäufe wurden 697,5 Millionen Dollar eingesetzt.

AutoZone / 24-7 Wall St.

⑪ Kurz notiert

Öl
Fünfter Verlusttag – Brent rund 99 $, WTI rund 91 $, nachdem Iran die Öffnung der Straße von Hormus angeboten hat.
DAX
Schluss 25.600,01 (+0,10 %) – zwischenzeitlich über 25.700, die Gewinne ließen sich nicht halten.
Breite
MDAX +0,98 %, TecDAX +0,93 % – die zweite Reihe war heute deutlich stärker als der Leitindex.
Wall Street
Montag Rekordschluss im Nasdaq Composite (27.122,09, +2,26 %); heute nur noch +0,35 %, Dow −0,39 %.
Meta
+11,4 % am Montag, nachdem die KI-App „Muse" Platz eins im App Store erreichte. Morgen: Meta Connect.
Eurozone
Verbrauchervertrauen fällt auf −16,5 – erster Rückgang nach vier Anstiegen, Grund sind die Kraftstoffpreise.
Allianz
−3,35 % und Bruch der 50-Tage-Linie – ohne auffindbare Unternehmensnachricht oder Abstufung.
Vonovia
−1,66 % auf 17,19 € und damit auf Dreijahrestief; Exane BNP Paribas senkt das Kursziel auf 16 €.
Chips
Alibaba kündigt Chinas stärksten KI-Chip an; US-Chipwerte geben vorbörslich je rund 1 % ab.
Asien
Kospi eröffnete über +2 % und schloss mit +0,15 % – Gewinnmitnahmen vor Chuseok. Tokio dritten Tag zu.
Diesel
Rohöl fällt, Diesel und Kerosin bleiben auf Rekordniveau – die Entlastung erreicht den Verbraucher nicht.
Krypto
Bitcoin +0,49 % auf 86.244 $ nach einem Tageshoch von 87.411 $ – dem höchsten Stand seit Januar.

◆ Wochenausblick · 22.–25. September

Mittwoch (23.09.): Der Datentag der Woche – die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Frankreich, Deutschland, die Eurozone und Großbritannien am Vormittag, die US-Werte am Nachmittag. Dazu der OECD-Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick. An den Unternehmensterminen: H&M, KWS Saat, der Investor Day von McDonald's, eine Adidas-Präsentation und die Entwicklerkonferenz Meta Connect. Politisch spricht Irans Präsident Pezeshkian vor der UN-Vollversammlung. Tokio bleibt geschlossen.

Donnerstag (24.09.): Der Tag der Woche. Xi Jinping trifft in Washington ein, abends das Staatsbankett mit der US-Technologiespitze. In Deutschland das ifo-Geschäftsklima, dazu die Zinsentscheide von SNB, Riksbank und Norges Bank. Aus den USA Erstanträge, Neubauverkäufe und Leistungsbilanz, Quartalszahlen von Costco. Tokio kehrt zurück, Seoul bleibt wegen Chuseok geschlossen.

Freitag (25.09.): GfK-Konsumklima für Deutschland, Geldmenge M3 und Kreditvergabe der EZB, aus den USA der Auftragseingang für langlebige Güter und die zweite Lesung des Michigan-Verbrauchervertrauens. Seoul und Shanghai bleiben geschlossen.

Worauf es ankommt: Diese Woche entscheidet sich an zwei Verhandlungstischen, nicht an Konjunkturdaten. Wird aus dem iranischen Angebot zur Hormus-Öffnung eine Umsetzung, fällt der Ölpreis weiter und trägt Aktien wie Anleihen; scheitert es, kommt die Risikoprämie binnen Stunden zurück. Und liefert das Treffen mit Xi Jinping im Chipstreit, trägt das den Sektor, der die Rally derzeit praktisch allein stemmt. Die Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch sind der erste harte Test, ob die Realwirtschaft mit dieser Erzählung Schritt hält – das heutige Verbrauchervertrauen spricht eher dagegen.

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