Nachschlagewerk · Begriffe

Glossar für Anleger.

Begriffe aus dem Optionshandel und der Geldanlage — verständlich erklärt. Damit du beim Lesen unserer Beiträge nicht jedes Mal nachschlagen musst.

A

AktieAnteilsschein

Eine Aktie verbrieft einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft. Der Inhaber wird Mit­eigentümer des Unternehmens und hat Anspruch auf einen Anteil am Gewinn (Dividende) sowie ein Stimmrecht in der Hauptversammlung.

Der Aktienkurs schwankt mit Angebot und Nachfrage und spiegelt die Erwartungen der Marktteilnehmer an die zukünftige Entwicklung des Unternehmens wider.

AktienoptionOptionsgeschäft

Ein Vertrag, der dem Käufer das Recht (nicht die Pflicht) gibt, eine bestimmte Aktie zu einem festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Der Verkäufer der Option erhält dafür eine Prämie und übernimmt die entsprechende Verpflichtung.

All-Time-HighATH

Der höchste jemals erreichte Kurs einer Aktie, eines Index oder einer anderen Anlage. Wird oft als psychologischer Widerstandspunkt wahrgenommen, ist aber kein verlässlicher Indikator für künftige Bewegungen.

AnleiheBond, festverzinsliches Wertpapier

Ein Schuldverschreibung, mit der ein Staat oder Unternehmen Geld bei Anlegern aufnimmt. Der Anleger erhält über die Laufzeit Zinsen und am Ende seinen Einsatz zurück. Im Gegensatz zur Aktie ist man Gläubiger, nicht Mit­eigentümer.

AssignmentZuteilung

Wenn der Käufer einer Option sein Recht ausübt, wird dem Optionsverkäufer die zugrunde liegende Aktie automatisch ins Depot gebucht (bei einem Put) oder daraus entnommen (bei einem Call). Das passiert üblicherweise, wenn die Option am Verfallstag im Geld ist.

B

BasiswertUnderlying

Der Wert, auf den sich eine Option oder ein Derivat bezieht. Bei einer Aktienoption ist das die zugehörige Aktie; bei einem ETF-Optionsschein der ETF; bei einer Index-Option der Index selbst (z. B. SPX = S&P 500).

Break-EvenGewinnschwelle

Der Kurs des Basiswerts, bei dem ein Trade weder Gewinn noch Verlust macht. Bei einem Cash-Secured Put liegt der Break-Even beim Strike-Preis minus erhaltene Prämie — bei einem Covered Call beim Einkaufspreis der Aktie minus erhaltene Prämie.

BrokerBörsenmakler

Ein Dienstleister, über den Privatanleger Wertpapiere kaufen und verkaufen können. Brokerwahl beeinflusst Gebühren, verfügbare Märkte und steuerliche Behandlung. Für Optionshandel werden spezielle Broker mit Margin-Konto benötigt.

Bull / BearHausse / Baisse

Bullisch (steigend) und bärisch (fallend) bezeichnen die Erwartung an Marktrichtungen. Ein Bull-Markt zeigt anhaltend steigende Kurse, ein Bear-Markt anhaltend fallende. Definitionen variieren, gebräuchlich ist −20 % vom Hoch als Schwelle für einen Bärenmarkt.

Buy-Write

Eine der einfachsten Optionsstrategien: Du kaufst eine Aktie und verkaufst gleichzeitig einen Call darauf (Covered Call). Der Aktienkauf und der Optionsverkauf werden meist in einer kombinierten Order ausgeführt. Eignet sich als Einstieg in den Optionsverkauf.

Buying PowerVerfügbares Kapital

Der Betrag, den der Broker dir aktuell für neue Trades freigibt. Bei reinem Cash-Konto ist das einfach das verfügbare Bargeld; bei Margin-Konten kann der Broker einen Multiplikator gewähren.

Die Buying Power verringert sich, sobald du eine Position eröffnest — bei verkauften Optionen entsprechend der hinterlegten Margin oder dem Cash-Backing (bei Cash-Secured Puts: Strike × 100).

C

Call-OptionKaufoption

Ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, einen Basiswert (z. B. eine Aktie) zu einem festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen. Der Optionsverkäufer verpflichtet sich im Gegenzug, die Aktie auf Verlangen zu liefern, und erhält dafür die Optionsprämie.

Cash-Secured PutCSP

Verkauf eines Puts, der vollständig mit Cash hinterlegt ist. Du verpflichtest dich, die Aktie zum Strike-Preis zu kaufen, falls der Käufer ausübt — und legst dafür den Kaufbetrag (Strike × 100) auf deinem Konto bereit.

Wird die Option nicht ausgeübt, behältst du die Prämie. Wird sie ausgeübt, bekommst du die Aktie zu einem von dir gewählten Wunschpreis — und kannst danach Covered Calls darauf verkaufen (siehe Wheel-Strategie).

Cost-Average-EffektDurchschnittskosten

Wenn du regelmäßig den gleichen Geldbetrag in eine Anlage investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit entsteht ein Durchschnitts­einstand, der mathematisch günstiger liegt als der arithmetische Durchschnitt der Kurse.

Mehr dazu im Beitrag zum Cost-Average-Effekt.

Covered CallGedeckter Call

Verkauf eines Calls auf eine Aktie, die du bereits im Depot hältst. Die Aktie deckt die Verpflichtung ab, im Ausübungsfall liefern zu müssen — daher der Name.

Ziel ist es, durch wiederholtes Verkaufen von Calls regelmäßige Prämien zu erzielen. Wird die Aktie ausgeübt, gibst du sie zum vereinbarten Strike-Preis ab und nimmst Aktien-Gewinn plus Prämie mit.

D

DeltaKennzahl der Optionspreis-Sensitivität

Eine der „Greeks" — Kennzahlen, die das Verhalten einer Option beschreiben. Delta gibt an, um wie viel sich der Optionspreis ändert, wenn sich der Basiswert um einen Euro/Dollar bewegt. Werte zwischen −1 und +1.

DepotWertpapierkonto

Das Konto bei einem Broker oder einer Bank, auf dem Wertpapiere wie Aktien, ETFs und Anleihen verwahrt werden. Im Gegensatz zum Girokonto enthält das Depot keine Geldbestände, sondern Wertpapierbestände.

DividendeGewinnausschüttung

Der Anteil am Unternehmensgewinn, der an Aktionäre ausgezahlt wird. Die Dividenden­höhe wird auf der Hauptversammlung beschlossen und liegt bei deutschen Aktien typischerweise zwischen 1 und 5 % des Aktienkurses pro Jahr.

Mehr dazu im Beitrag zu ETFs und Dividenden.

E

Early AssignmentVorzeitige Ausübung

Wenn der Käufer einer Option diese vor dem eigentlichen Verfallstag ausübt. Bei amerikanischen Optionen (übliche Aktien-Optionen in den USA) ist das jederzeit möglich; bei europäischen Optionen (z. B. Index-Optionen wie SPX) nur am Verfallstag.

Early Assignment kommt am häufigsten kurz vor Dividenden-Stichtagen vor — der Käufer eines Calls übt aus, um die Dividende mitzunehmen.

EarningsQuartalszahlen

Die regelmäßige Veröffentlichung der Geschäftszahlen eines Unternehmens — in den USA quartalsweise, in Europa meist halbjährlich. Earnings sind oft Auslöser starker Kursbewegungen, da Markt-Erwartungen und tatsächliche Zahlen abgeglichen werden.

Vor Earnings ist die implizite Volatilität meist erhöht — die Optionsprämien steigen entsprechend. Viele Optionsverkäufer meiden den Verkauf von Optionen über Earnings-Termine hinweg wegen des unkalkulierbaren Kursrisikos.

ETFExchange Traded Fund

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein an der Börse handelbarer Investmentfonds. Statt einzelne Aktien zu kaufen, erwirbt man mit einem ETF-Anteil gleichzeitig kleine Anteile an vielen Unternehmen — bei einem MSCI-World-ETF sind das z. B. rund 1.500 Aktien weltweit. So entsteht mit einer einzigen Position breite Streuung.

Im Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds versucht ein ETF nicht, einen Index zu schlagen, sondern bildet ihn 1:1 nach. Das hält die Kosten niedrig (oft unter 0,30 % pro Jahr, siehe TER). Vorteile: hohe Transparenz, einfache Handelbarkeit, breite Diversifikation. Für viele Anleger der einfachste Einstieg in den Vermögensaufbau über die Kapitalmärkte.

F

FreibetragSparer-Pauschbetrag

Der Betrag an Kapitalerträgen, der jährlich steuerfrei bleibt: derzeit 1.000 € für Alleinstehende und 2.000 € für Verheiratete. Dafür muss ein Freistellungsauftrag beim Broker eingerichtet werden, sonst zieht dieser pauschal Kapitalertragsteuer ab.

Mehr dazu im Beitrag zu Steuern für Anleger.

G

Gamma

Eine der Greeks. Gamma misst, wie schnell sich das Delta einer Option verändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts bewegt. Hohes Gamma bedeutet: kleine Kursbewegungen führen zu großen Delta-Änderungen — und damit zu schnell wachsenden oder schwindenden Risiken.

Am-Geld-Optionen kurz vor Verfall haben das höchste Gamma — dort liegt das sogenannte Pin-Risk.

GreeksOptionspreis-Kennzahlen

Sammelbegriff für eine Reihe von Kennzahlen, die das Verhalten einer Option beschreiben: Delta (Sensitivität gegenüber Kursbewegung), Gamma (Veränderung des Delta), Theta (Zeitwertverfall), Vega (Volatilitäts­sensitivität) und Rho (Zinssensitivität).

H

HebelLeverage

Das Verhältnis zwischen der bewegten Marktposition und dem dafür eingesetzten Kapital. Bei einem Hebel von 10 bedeutet eine 1-%-Kursbewegung eine 10-%-Bewegung beim eigenen Kapital — in beide Richtungen.

Bei verkauften Optionen entsteht ein impliziter Hebel: Mit einer Prämie von z. B. 200 € kontrollierst du 100 Aktien im Wert von vielleicht 5.000 €. Genau deshalb sind Margin und Risikomanagement so wichtig.

I

Im Geld / Aus dem GeldIn-the-Money / Out-of-the-Money

Im Geld heißt: Die Option hat einen inneren Wert. Bei einer Call-Option, wenn der Aktienkurs über dem Strike liegt; bei einer Put-Option, wenn er darunter liegt.

Aus dem Geld heißt umgekehrt: Die Option hat keinen inneren Wert mehr — sie würde wertlos verfallen, wenn der Verfallstag heute wäre.

IndexMarktindikator

Eine gewichtete Zusammenstellung von Aktien, die einen Markt oder Marktausschnitt repräsentiert. Beispiele: DAX (40 deutsche Bluechips), S&P 500 (500 große US-Unternehmen), MSCI World (rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern).

Iron Condor

Eine kombinierte Optionsstrategie aus vier Optionen mit gleicher Laufzeit: gleichzeitig verkaufter Put und Call (näher am Kurs) plus jeweils ein gekaufter Put und Call (weiter weg) zur Absicherung.

Vorteil: Das Risiko ist klar definiert — der maximale Verlust steht von vornherein fest. Geeignet für Phasen, in denen man Seitwärtsbewegung erwartet und die hohe Margin-Anforderung von Naked Strangles vermeiden will.

K

KapitalertragsteuerAbgeltungssteuer

Pauschale Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland: 25 % plus Solidaritäts­zuschlag plus ggf. Kirchensteuer. Der Broker führt diese automatisch ab — du musst sie nicht selbst veranlagen, wenn du in Deutschland steuer­ansässig bist.

L

Limit-OrderPreislimit-Auftrag

Auftrag, der nur zum gewünschten Preis oder besser ausgeführt wird. Vorteil: Du legst den Maximalpreis (Kauf) bzw. Minimalpreis (Verkauf) selbst fest und vermeidest Überraschungen. Nachteil: Bei schnellen Märkten kann die Order auch unausgeführt bleiben.

Im Optionshandel ist die Limit-Order der Standard — wegen der oft breiten Spreads zwischen Geld- und Briefkurs lohnt es sich fast immer, in der Mitte des Spreads (Mid-Price) zu pokern.

Long / ShortPosition kaufen / verkaufen

Long: Du besitzt das Wertpapier oder die Option und profitierst von steigenden Preisen.
Short: Du hast verkauft, was du nicht hast (Leerverkauf bei Aktien) oder eine Option geschrieben — du profitierst von fallenden Preisen oder dem Zeitwertverfall.

M

MarginSicherheits­hinterlegung

Beim Verkauf von Optionen oder beim Halten gehebelter Positionen verlangt der Broker eine Sicherheits­hinterlegung — die Margin. Sie schützt vor Zahlungsausfall, falls die Position ins Negative dreht.

Market-OrderBestens-Auftrag

Auftrag zur sofortigen Ausführung zum aktuellen Marktpreis — egal wo dieser steht. Vorteil: Garantierte Ausführung. Nachteil: Bei wenig liquiden Werten oder volatilen Märkten kann der tatsächliche Ausführungskurs deutlich vom letzten gesehenen Kurs abweichen (Slippage).

Im Optionshandel werden Market-Orders selten verwendet, da Spreads bei Optionen oft groß sind und der Ausführungskurs unvorhersehbar.

N

Naked PutUngedeckter Put

Verkauf eines Puts ohne ausreichende Cash-Hinterlegung — im Unterschied zum Cash-Secured Put. Der Trade läuft auf Margin, das heißt, der Broker fordert nur einen Bruchteil des potenziellen Kaufbetrags als Sicherheit.

Größerer Hebel, aber auch größeres Risiko: Bei starken Kursverlusten droht ein Margin Call. Für Anfänger nicht zu empfehlen — die meisten Mentoring-Strategien arbeiten ausschließlich mit Cash-Secured Puts.

O

Open InterestOffene Positionen

Die Anzahl der zu einem bestimmten Strike und Verfallstag aktuell offenen Optionskontrakte — also Kontrakte, die noch nicht geschlossen oder ausgeübt wurden. Open Interest steigt, wenn neue Kontrakte geöffnet werden, und sinkt, wenn welche geschlossen werden.

Hohe Open-Interest-Werte deuten auf Liquidität hin — engere Spreads, einfachere Ausführung. Bei niedrigem Open Interest kann es schwer werden, einen fairen Preis zu bekommen oder eine Position kurzfristig wieder zu schließen.

OptionsprämiePreis der Option

Der Preis, den der Käufer einer Option an den Verkäufer bezahlt. Sie setzt sich aus innerem Wert und Zeitwert zusammen und steigt mit höherer Volatilität, längerer Restlaufzeit und tieferem In-the-Money-Niveau.

Mehr dazu im Beitrag zu Aktienoptionen als Einkommensstrategie.

OptionsverkäuferSchreiber, Writer

Wer Optionen verkauft (also schreibt, statt sie zu kaufen), nimmt die Rolle des Optionsverkäufers ein. Er erhält die Prämie sofort und nimmt die Verpflichtung in Kauf, dass die Option ggf. gegen ihn ausgeübt wird. Optionsverkäufer profitieren vom Zeitwertverfall.

P

PDT-RegelPattern Day Trader Rule

US-amerikanische Vorschrift der FINRA: Wer innerhalb von 5 Handelstagen vier oder mehr Daytrades macht, wird als „Pattern Day Trader" eingestuft — und muss dauerhaft mindestens 25.000 US-$ auf dem Konto haben.

Betrifft nur Margin-Konten bei US-Brokern. Cash-Konten und reine Optionsverkauf-Strategien (Positionen werden mehrere Tage gehalten) sind in der Regel nicht betroffen.

Pin-RiskPin-Risiko

Das Risiko, dass der Kurs des Basiswerts am Verfallstag genau am Strike-Preis steht („pinned"). Die Option ist dann weder klar im Geld noch klar aus dem Geld — der Optionsverkäufer weiß bis zur letzten Sekunde nicht, ob ausgeübt wird oder nicht.

Nach Verfall können dadurch unerwartete Aktienpositionen entstehen, ohne dass man am Freitag noch reagieren kann. Klassische Empfehlung: Optionen am Verfallstag aktiv schließen oder rollen.

PortfolioAnlage­bestand

Die Gesamtheit aller Anlagen einer Person oder Institution. Ein gut diversifiziertes Portfolio verteilt das Kapital auf verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen, um das Risiko zu streuen.

PremiumPrämie, Optionsprämie

Der Preis, den der Käufer einer Option an den Optionsverkäufer zahlt. Im Trading-Jargon wird oft „Premium" verwendet, im deutschsprachigen Raum häufiger „Prämie". Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Sache wie Optionsprämie.

Die Prämie ist die Einnahme des Optionsverkäufers — und sein maximaler Gewinn aus diesem Trade.

Put-OptionVerkaufsoption

Ein Vertrag, der dem Käufer das Recht gibt, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Frist zu verkaufen. Der Optionsverkäufer verpflichtet sich, die Aktie auf Verlangen zu kaufen, und erhält dafür die Optionsprämie. Wer einen Put schreibt, signalisiert: „Ich würde diese Aktie zu diesem Preis kaufen."

Q

QuellensteuerWithholding Tax

Steuer, die im Ursprungsland einer Kapitalanlage direkt an der Quelle einbehalten wird — zum Beispiel bei US-Dividenden 15 % (mit deutschem Doppelbesteuerungsabkommen), bei Schweizer Dividenden 35 %.

In Deutschland kann ein Teil der Quellensteuer auf die heimische Abgeltungssteuer angerechnet werden. Bei höheren Sätzen lohnt sich oft ein Rückerstattungsantrag im Ursprungsland.

R

RenditeErtrag pro Jahr

Der prozentuale Ertrag einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum. Wird üblicherweise auf ein Jahr normiert (Rendite p. a.). Wichtig: Rendite vor Kosten, vor Steuern und vor Inflation kann deutlich höher liegen als das, was am Ende übrig bleibt.

RisikoVerlust­wahrscheinlichkeit

An den Märkten meistens als Volatilität (Schwankungsbreite) gemessen. Höhere Renditen sind langfristig mit höheren Schwankungen verbunden. Echtes Risiko bedeutet aber: dauerhafter Kapitalverlust — nicht nur kurzzeitige Schwankung.

S

Schlusskurs / Eröffnungskurs

Schlusskurs (Closing Price) ist der letzte gehandelte Kurs am Handelstag; Eröffnungskurs (Opening Price) der erste Kurs am nächsten Handelstag. Zwischen beiden kann es Sprünge geben (Gap), wenn über Nacht wichtige Nachrichten eintreffen.

Im Optionshandel orientiert sich die Bewertung am Verfallstag in der Regel am Schlusskurs.

SettlementAbwicklung

Der Prozess, bei dem nach einer Optionsausübung Aktien und Geld zwischen Käufer und Verkäufer ausgetauscht werden. Üblich ist T+1 (ein Werktag) für Optionen-Settlement und T+2 für Aktien-Settlement.

Heißt: Wirst du am Freitag ausgeübt, erscheinen die Aktien meist am Montag im Depot — und das Geld ist entsprechend Montag/Dienstag gebucht.

SparplanRegelmäßige Investition

Eine automatisierte Anlage­vereinbarung: monatlich (oder in anderem Rhythmus) wird ein fester Betrag in eine vordefinierte Position investiert. Sparpläne nutzen den Cost-Average-Effekt und sind ein bewährter Weg zum langfristigen Vermögensaufbau.

Mehr dazu im Beitrag zur Altersvorsorge in Eigenregie.

SpreadGeld-Brief-Spanne

Die Differenz zwischen dem Geldkurs (Bid, Preis bei sofortigem Verkauf) und Briefkurs (Ask, Preis bei sofortigem Kauf). Bei liquiden Aktien wie Apple oder Microsoft ist der Spread sehr klein — bei wenig gehandelten Werten oder exotischen Optionen kann er deutlich werden.

Im Optionshandel gilt: Je breiter der Spread, desto schwieriger ein fairer Einstieg. Limit-Orders in der Mitte des Spreads (Mid-Price) helfen oft, einen besseren Preis zu bekommen.

Strangle / Straddle

Strangle: gleichzeitiger Verkauf eines Puts und eines Calls mit unterschiedlichen Strike-Preisen (Call über Kurs, Put unter Kurs). Straddle: derselbe Aufbau, aber mit gleichem Strike-Preis (am Geld).

Beide Strategien generieren doppelte Prämie, sind aber riskanter, weil Bewegungen in beide Richtungen Verluste verursachen können. Geeignet für Phasen ruhiger, seitwärts laufender Märkte.

Strike-PreisAusübungspreis

Der vorab festgelegte Preis, zu dem der Käufer einer Option den Basiswert kaufen (Call) oder verkaufen (Put) kann. Bei einem Put auf eine Aktie zu Strike 250 $: Der Optionsverkäufer würde die Aktie für 250 $ kaufen, falls die Option ausgeübt wird.

T

TERTotal Expense Ratio, Gesamtkostenquote

Die jährliche Gesamtkostenquote eines Fonds oder ETFs, ausgedrückt in Prozent des angelegten Vermögens. Enthält Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren und sonstige laufende Kosten — nicht aber Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf.

Klassische Aktien-ETFs liegen heute bei 0,07 % bis 0,30 % TER. Aktiv gemanagte Fonds oft bei 1,5 % bis 2,0 %. Über lange Zeiträume macht der Unterschied einen großen Teil der Endrendite aus.

ThetaZeitwertverfall

Eine der Greeks. Theta gibt an, wie viel Wert die Option pro Tag durch reines Vergehen der Zeit verliert. Für Optionsverkäufer ist Theta positiv: Sie verdienen, je länger nichts passiert. Für Optionskäufer ist Theta negativ — die Zeit arbeitet gegen sie.

Total ReturnGesamtertrag

Die Wertentwicklung einer Anlage inklusive aller Erträge — also Kursgewinne plus Dividenden bzw. Zinsen. Der DAX ist ein Total-Return-Index (Performance-Index); der Dow Jones Industrial Average dagegen ein Kurs-Index, der Dividenden ignoriert.

V

Vega

Eine der Greeks. Vega misst, wie stark sich der Preis einer Option ändert, wenn die implizite Volatilität um einen Prozentpunkt steigt oder fällt.

Wichtig für Optionsverkäufer: Bei hoher Volatilität sind Optionsprämien hoch — fällt die Volatilität später, gewinnt der Verkäufer zusätzlich (Volatility Crush). Earnings-Termine sind klassische Vega-Ereignisse.

VerfallstagExpiry, Expiration

Der Tag, an dem eine Option ausläuft. Bis dahin kann der Käufer ausüben oder die Option durch Gegen­geschäft glattstellen. Nach dem Verfall ist die Option entweder ausgeübt worden oder wertlos verfallen — typische Verfälle sind monatlich (3. Freitag) oder wöchentlich.

Vertical SpreadBull-/Bear-Spread

Zwei Optionen gleichen Typs (beide Calls oder beide Puts), gleiche Laufzeit, unterschiedliche Strike-Preise. Eine wird gekauft, die andere verkauft.

Vorteile gegenüber einer einzelnen Naked-Option: Risiko ist klar begrenzt, Margin-Anforderung ist niedriger. Nachteil: maximale Prämie ist ebenfalls begrenzt. Bull-Put-Spread ist eine der häufigsten Income-Strategien für Einsteiger.

VolatilitätSchwankungs­breite

Maß für die Stärke der Kursschwankungen einer Anlage. Hohe Volatilität bedeutet starke Ausschläge nach oben und unten — was Optionen teurer macht (höhere Prämien), weil das Risiko-Profil unsicherer wird. Der bekannteste Volatilitätsindex ist der VIX (S&P 500).

Vorabpauschale

Steuerregelung in Deutschland für thesaurierende Fonds und ETFs: Statt erst beim Verkauf wird jährlich eine fiktive Mindestbesteuerung auf eine pauschale Rendite erhoben — auch wenn der Anleger nichts verkauft hat.

Berechnet sich aus dem Basiszins der Bundesbank, gemindert um 30 % Teilfreistellung bei Aktienfonds. Die bereits gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf wieder angerechnet.

W

WheelRolling-Strategie mit Puts und Calls

Eine Optionsverkauf-Strategie: Du verkaufst regelmäßig Puts auf eine Aktie, die du gerne besitzen würdest. Wirst du ausgeübt, bekommst du die Aktie ins Depot und schreibst dann Calls auf diese Aktie. Wirst du wieder ausgeübt, wird die Aktie verkauft — und du fängst wieder mit Puts an. Daher der Name „Wheel": ein sich wiederholender Kreislauf.

Z

ZeitwertTime Value einer Option

Der Anteil der Optionsprämie, der nicht durch den inneren Wert (also dem Abstand vom Strike) gedeckt ist, sondern allein durch die Möglichkeit, dass sich der Kurs bis zum Verfall noch zugunsten des Käufers bewegt. Der Zeitwert nimmt mit zunehmender Nähe zum Verfallstag ab — und ist am Verfallstag null.

ZinseszinsCompound Interest

Wenn Erträge nicht entnommen, sondern wieder angelegt werden, entsteht ein selbst­verstärkender Effekt: Du verdienst Zinsen auf Zinsen, Dividenden auf Dividenden. Über lange Zeiträume ist das der mächtigste Hebel beim Vermögensaufbau — Albert Einstein soll ihn als „achtes Weltwunder" bezeichnet haben.

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